Achtung! SVV-Trigger!

 

Ich möchte Euch an einem besonderen Versuch teilhaben lassen.

 

Durch Selbstverletzungen ist mein linker Unterarm schwer vernarbt. Es gibt keine Möglichkeiten, diese Narben zu entfernen, solange sie noch so frisch sind.

Ein flächendeckendes Tattoo kommt für mich nicht in Frage, zumal das bei der Tiefe der Narben sehr schwierig wäre.

Bei einem Fest habe ich die Kunst des Henna-Tattoos entdeckt.

Ich möchte nun versuchen, diese Kunst zu erlernen, und damit die Verletzungen, die ich mir selbst zugefügt habe, auch selbst zu verdecken. Und vielleicht eines Tages zu heilen.

 

Erster Versuch am 18.9.2016
Erster Versuch am 18.9.2016

Tattoo ist nach kurzer Zeit verblasst. Ich dusche oft, weil ich viel Sport mache. Man sah nach dem Trocknen, wie ungleichmäßig die Farbe aufgetragen war. Außerdem verläuft sie in den vielen ganz feinen Narben und haftet nicht gut auf den sehr dicken Narben.

21.9.2016
21.9.2016

Nächster Versuch. Bin unzufrieden. Ich benutze Henna-Pasta aus der Tube, und obwohl ich die Öffnung nur mit einer feinen Nadel gestochen habe, ist die Linie viel zu dick für feine Zeichnungen. Ich bin Tusche-Stifte und Fineliner beim Zeichnen gewohnt, dagegen ist diese Farbe grob und schwer zu dosieren.

Ich habe nun spezielles Zubehör bestellt, das aber erst in ca. vier Wochen geliefert wird.

Der Perfektionist in mir leidet...

Die bräunlichen Verfärbungen um die Linien herum verschwinden nach dem Trocknen. Wenn die Farbe trocken ist, kann man sie einfach abheben.

5.10.2016
5.10.2016

Bin langsam etwas entnervt. Ich habe diverse Tattoo-Stifte ausprobiert, die aber alle nicht länger als einen Tag gehalten haben. Heute habe ich in meiner Verzweiflung zum Edding gegriffen, das geht aber gar nicht - die Tinte läuft sofort in die vielen kleinen Verästelungen der Narben.

Ich muss also mit Henna weitermachen. Inzwischen habe ich zwar feine Applikatoren, aber die Farbe kommt ungleichmäßig heraus, vom Drücken habe ich schon Muskelkater in der Hand. Und das Ergebnis ist immer sehr krakelig.

Ich werde aber nicht aufgeben. Und bitte bitte lasst Euch nicht triggern! Und tut Eurem Arm niemals das an, was ich meinem angetan habe!!!

7.10.2016
7.10.2016

Nachdem der Edding ein Flop war, nun der nächste Versuch mit Henna.

Ich werde langsam etwas geschickter, aber die Linien werden auf der Haut einfach zu dick. Ich trage die Farbe in einer ganz dünnen Linie auf, das Ergebnis sieht aber immer ein wenig plump aus.

Diesmal habe ich es auf der Hand versucht, weil ich da keine Narben haben, das ist einfacher zum Ausprobieren.

Trotz der eher mäßigen Ergebnisse bekomme ich von meiner Umgebung aber übrigens sehr viel positives Feedback.

4. November 2016
4. November 2016

Heute mal keine Henna. Nach meinen ersten Versuchen haben sich auf der Haut zwischen den Narben zwei oder drei kleine braune Flecken gebildet, wie Leberflecken. Das ist nicht der Sinn der Sache - der Arm ist schon entstellt genug.

Deshalb habe ich mir einen chirurgischen Hautmarker besorgt. Die gibt es leider nur in rot, blau und violett.

Rot kam mir heute aber ganz gut entgegen, da das Bedürfnis zum R***** sehr groß war. Und das kommt der Sache wenigstens ziemlich nah.

Dauerhafte Stabilität ist noch in weiter Ferne...