Seltsam, im Nebel zu wandern...

 

 

Wie fühlt sich eine Depression an?

 

 

Wie fühlt sich meine Depression an?

 

 

Wenn ich morgens wach werde, zählt mein Kopf mir alles auf, was in meinem Leben schiefgegangen ist. Zumindest alles, woran ich aus meiner Sicht die Schuld trage.

 

 

Ich will einfach weiterschlafen, um mich all dem nicht stellen zu müssen.

 

 

Wenn ich es schaffe, aufzustehen, ist es, als trüge ich eine zentnerschwere Last durch grauen Nebel.

 

 

Ein Gefühl, als wäre ich ganz allein auf der Welt. Als könnte ich mir die Seele aus dem Leib schreien, und trotzdem würde es niemand hören.

 

 

Es ist eine Qual, etwas zu essen, zu duschen, mich anzuziehen.

 

 

Der Gedanke, zur Arbeit zu fahren, lähmt mich. Ich kann mich nicht konzentrieren. Nur Trauer und schwarze Leere sind in meinem Kopf.

 

 

Ich versuche, bei der Arbeit allen anderen aus dem Weg zu gehen. Ich will nicht reden.

 

 

Ich sehe die Welt durch ein Schaufenster. Der Laden hat für mich niemals geöffnet.

 

 

Musik hilft. Aber an ganz schlimmen Tagen will ich gar keine Musik hören.

 

 

Bewegung hilft. Aber der Weg ins Fitness-Studio überfordert mich. Ich will ins Bett und die Augen schließen.

 

 

Mir ist übel. Ich rauche eine Zigarette nach der anderen.

 

 

Alle Verabredungen muss ich canceln, weil ich allein sein will. Nur um mich dann einsam zu fühlen.

 

 

Wenn die Sonne tiefer steht, geht es besser. Dann mache ich Pläne. Ab morgen werde ich alles ändern. Jeden Tag zum Sport gehen. Weniger grübeln und mich selbst mehr wertschätzen.

 

 

Am nächsten Morgen geht all das nicht mehr. Denn da ist diese Zentnerlast. Und der zähe graue Nebel.

 

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